Loslassen/Festhalten

 

Bei meinem letzten Meditationskurs gab mir eine Teilnehmerin die bei meinem Achtsamkeits-Retreat dabei war, eine Idee für das nächste Retreat mit.

Diesmal war es das Thema Selbstliebe, sie meinte wie sei es denn mit dem Thema Loslassen/festhalten.

Seitdem geht es mir im Kopf rum…..

In meinen MBSR-Kursen geht es auch um Loslassen. Das erkläre ich dann immer etwas praktisch. Mach doch auch gleich mit wenn du magst.:                                         

Du brauchst  dafür einen kleinen Gegenstand der in deine Hand passt und er sollte nicht zerbrechlich sein.

Stell dir vor dieser Gegenstand ist das was du loswerden möchtest. Bei Schmerzpatienten zum Beispiel wird es der Schmerz sein. Es kann auch ein Gefühl sein, eine Situation in die du immer gerätst.... Je nach dem was bei dir Stress auslöst. Nimm den Gegenstand in deine dominante Hand, visualisiere deinen Stressauslöser, so als sei  es wirklich das was du loswerden möchtest und spüre auch deine Emotionen darin. Nimm dir Zeit die du brauchst um es wirklich zu erspüren. Wenn du es dann für dich fühlst, dann werde es los …. Aktiv… wonach ist dir? Legst du es bei Seite? Schmeißt du es ganz weit von dir weg? ….Wie bist du es losgeworden?

Die Reaktion die ich am häufigsten erlebe, wenn ich es in einer Gruppe übe ist, dass der Gegenstand weggeworfen wird. Weit weg oder sanft nur vor die Füße.

Was denkst du würde passieren oder passiert wenn du es in der Realität so praktizierst? Wie kann man es wegschmeißen?    Indem du es verdrängst, tief in dich hinein steckst und verbirgst, sodass es erst mal  nicht mehr präsent ist? Aber hast du es dann losgelassen, ist es damit weg?  Hm..... kannst du es denn wirklich wegwerfen? Wie soll das funktionieren,  z.B. den Schmerz wegzuwerfen?  Ist er nicht ein Teil von dir und würdest du wenn es funktionieren würde einen Teil von dir selbst versuchen wegzuwerfen? Für den Schmerz kannst du alles einsetzten. Ob es eine Emotion ist wie Wut, Trauer,  Angst…… sind das nicht alles Teile von uns und machen sie uns nicht auch aus?

Also wie soll das mit dem Loslassen funktionieren? Oder geht das gar nicht? Aber es heißt doch immer wir sollen uns im Loslassen üben, dann würde es uns besser gehen.  Aber das klingt immer so einfach lass einfach los, lass deinen Schmerz los, deine Trauer, deine Angst,…… wenn das so einfach wäre würden wir es ja alle machen.

Und so wie ich das sehe, bedeutet loslassen eben genau nicht loslassen. Sobald wir ins aktive tun gehen, ins loswerden wollen, was meist mit Widerstand verbunden ist, sind wir mehr denn je mit dem verbunden was wir ja doch loswerden möchten und dann auch noch mit ganz viel Energie.

Also wie, soll es denn nun gehen,wirst du dich fragen.

Hast du deinen kleinen Gegenstand noch? Vielleicht musst du ihn vom Boden aufheben…. Hast du ihn? Nimm ihn nochmal in deine Hand, du verbindest dich  mit dem was du nicht mehr möchtest du schließt vielleicht deine Hand darum hältst es fest……  du spürst es…Nun öffne deine Hand, sodass der Gegenstand offen und frei auf deiner Handinnenfläche liegen kann. Ich finde es geht um diese Art des Loslassens. So kannst du es von allen Seiten betrachten und es ist dir möglich auch Neues daran zu entdecken.  Es bekommt Raum das  zu sein was es ist und nicht das was du aus ihm machst. Ja und wenn du es willkommen heißt, es einlädst bei dir zu sein, löst sich der Widerstand auf. Der Widerstand es loswerden zu wollen. Und dir ist es so möglich damit Frieden zu schließen. Es zu deinem Verbündeten zu machen. Ja das geht auch mit Schmerz. Da ich selbst, laut Schulmedizin, eine Schmerzpatientin bin, kann ich sagen: ja es funktioniert! Was nicht heißt das der Schmerz verschwindet, aber er bekommt einen anderen Stellenwert, er bestimmt nicht mehr mein/dein Leben und ja er geht auch ab und an ganz.  Ich vergleiche es gerne mit einem blau eingefärbten Tropfen (das was du loswerden möchtest) wenn du diesen Tropfen in ein kleines Glas mit Wasser gibst hat er die Kraft es zu färben ( ist wenn wir es festhalten, so färbt es unseren Geist)  wenn du genau diesen Tropfen in den Bodensee gibst, so vermag er hier nicht das Wasser zu färben.( du öffnest deine Hand, und dein Geist ist offen und nicht gefärbt)  Es ist jedes Mal ein blauer Farbtropfen er bleibt gleich, aber er bekommt Raum. Und wenn du dem was du also loswerden möchtest Raum gibst, gibst du ihm auch den Raum zu gehen wenn es an der Zeit ist.

Mir hilft dieses Bild immer dann, wenn ich das Gefühl habe es wird zu groß und es braucht mehr Raum, d.h. ich versuche meinen Geist weit zu machen

Du kannst es ja das nächste Mal bei leichten Kopfschmerzen oder bei einem Missgeschick das dir passiert ist ausprobieren. Wie fühlt es sich an wenn du innerlich oder auch laut sagst oh Mist das kann ich jetzt gar nicht gebrauchen, klar das mir das wieder passiert ich bin ja echt zu doof.  ……und so weiter, da sind wir wohl alle sehr ideenreich … wie fühlt sich das an eng oder weit. Wird es besser oder schlechter damit?.... und wie würde es sich anfühlen wenn du  zu dir sagst. Da ist Kopfschmerz nicht mehr und nicht weniger, oder bei einem Missgeschick : na das kann passieren ist zwar ärgerlich aber nun ist es passiert, du kannst so vielleicht auch sehen warum es passiert es, das es dir etwas sagen möchte. Wie: mach mal langsam, gönne dir mal eine Pause……

Das Thema Loslassen ist auch immer wieder in meinen Kursen ein Thema und ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass es ein lebenslanger Prozess  ist und wie ich finde jedes Mal von neuem total spannend ist, wenn ich mich darauf einlasse und den Widerstand versuche loszulassen.

Und darum geht es.

 Ich wünsche dir viele spannende Momente des Loslassens…

Und wenn du noch tiefer in das Thema einsteigen möchtest dann lade ich die ein zum Retreat im April in der Hollermühle

Bis dahin in Verbundenheit 

Ela