Leben


Leben

Leben und Sterben


Das Thema beschäftigt mich gerade, da ich (wir) meine Schwiegermutter (Mutter) darin begleiten von diesem Leben Abschied zu nehmen. Nicht, dass sie eine unheilbare Krankheit hätte, nein sie hat wohl für sich entschieden, dass es an der Zeit sei zu gehen und einfach aufgehört zu essen und zu trinken. Wenn sie es auch so nicht ausspricht wenn ich versuche mit ihr darüber zu sprechen. Daher bin ich mir nicht so sicher ob es wirklich ihre Entscheidung ist oder doch eine Depression dahinter steckt, die sie latent wohl schon eine sehr lange Zeit begleitet.

Aber wenn sie redet über ihr Leben das hinter ihr liegt …… dann war es kein schönes Leben….. war es ein Leben, das sie so nicht wollte…..Nicht dass es ihr schlecht ging sie war immer finanziell gut gestellt hatte einen Beruf gelernt was in ihrem Jahrgang 1933 nicht üblich war. Ist mit einem Mann verheiratet, der soweit ich es sehen kann gut zu ihr war, vielleicht etwas ignorant und stur in manchen Dingen. Aber er war nie böse zu ihr.

Sie hat drei Söhne, die alle wie man so sagt „gut geraten“ sind. Sie kümmern sich alle drei um sie und doch ist ihr Resümee, dass sie das Leben so nicht gewollt hat. Die Zeit und die Umstände es ihr nicht ermöglicht haben ein anderes Leben zu leben.

Ich kann mich an ein Gespräch mit ihr erinnern, sie war knapp 70 und es ging genau um dieses Thema - dass sie noch etwas anderes vor hätte mit ihrem Leben.  Was wohl auch eine Trennung bedeuten würde. Ich habe sie ermutigt es doch zu tun, dass ich auch wenn ich 70 sei es versuchen würde glücklich zu sein und dass sie von uns Unterstützung bekommen würde… Sie hat sich nicht getraut vielleicht würde sie dann jetzt nicht sagen das Leben habe ich so nicht gewollt.

Ja ich kann nicht durchdringen was in ihrem Leben hätte anders sein müssen, dass sie heute etwas glücklicher wäre. Es ist ja schon schwer genug bei sich selbst durchzublicken. Aber ich kann versuchen daraus zu lernen so zu leben, dass zum Ende hin, kein hätte ich doch....weniger gearbeitet und mehr Zeit mit den Kindern verbracht…. Wäre ich nur…… mutiger gewesen und  hätte mehr meinen Gefühlen  vertraut um sie auch zu leben, …wäre ich öfter verrückt gewesen und nicht so wie ich dachte, dass man es von mir erwartet.

Ich könnte jetzt diese Liste noch weiter führen, aber ich glaube das kann dann jeder für sich. Dazu lade ich dich gleich mal ein halte für einem Moment inne und schau mal ob es da das ein oder andere HÄTTE gibt.

Meinem Mann und mir macht das schon ein bisschen Angst vor dem was kommt, aber es gibt uns die große Chance es anders zu machen.  Danke dafür

Ja dieser Spruch:,, Lebe so als wäre es dein letzter Tag“ …. Da ist schon etwas dran, ich würde es nur anders formulieren: Lebe so, dass es kein hätte ich…. gibt oder wenn nur ein paar wenige unvermeidbare.

Das heißt nicht, da wir keine Fehler machen, das gehört wohl zum Leben. Es heißt aber, dass wir die Vergangenheit auch ruhen lassen können und sie nicht immer mit in die Gegenwart nehmen, indem wir bereuen was wir gemacht haben. Aber dass wir uns trauen auf uns selbst zu hören und nicht nur auf das was andere von uns erwarten.

Wenn ich jetzt so mein kleines Leben zurück blicke gibt es da etwas das ich noch nicht gemacht habe aber schon immer wollte? Mich nur noch nie getraut habe warum auch immer….....

Wie sieht es bei dir aus? Schau doch mal ob du dir etwas erlauben kannst.…….vielleicht ein kleines Abenteuer, vielleicht auch nur die doppelte Portion Eis die du dir immer verkniffen hast da es angeblich auf die Hüften geht.

Wann hast du das letzte mal jemanden gesagt das du ihn liebst, hast du etwas Verrücktes gemacht wie durch den Regen zu tanzen (es regnet gerade)  ;) laut singend durch die Stadt geschlendert, einen Fremden umarmt weil dir danach ist…. Oh mir fallen gerade so viele Dinge ein und mein Herz wird ganz weit….

Ja lass uns erlauben Kinder zu sein und zu bleiben die ab und an vernünftig sind und nicht umgekehrt –Erwachsene, die sich wenn überhaupt ab und an erlauben etwas kindisches zu machen.

Geben wir uns jetzt die Chance unser Leben in die Hand zu nehmen und es zu gestalten. Ja ich höre schon den Einspruch: Das sagt sich so leicht aber……das Leben ist kein Ponyhof, da gibt es Verpflichtungen  und und und

Das stimmt, aber was von all dem würde übrig bleiben wenn du wüstest, dass dir noch einen Jahr, ein Monat, eine Woche Zeit bleibt….

Ich habe mit meinem Mann mal so auf unser Leben geschaut was wäre da, was uns wichtig ist. Natürlich gibt es da Träume noch in ferne Länder zu reisen, aber wir bemerkten, dass es das nicht ist was wir noch tun würden, dass das nicht wichtig ist. Ob wir diese Reisen machen oder nicht hinterlässt kein HÄTTE.

Wir möchten mehr Zeit miteinander verbringen.  Ehrlich sagen was wir brauchen Öfter mal den Fernseher auslassen und nur beisammen sein: Erzählen, kuscheln, gemeinsam auf dem Sofa sitzen und lesen.  Freunde besuchen/einladen die man schon lange nicht mehr gesehen hat und vermisst. Ja gemeinsam durchs Leben zu gehen bekommt bei uns gerade nochmal eine andere Bedeutung. Was nicht bedeutet soll nur noch aneinander zu hängen sondern sich auch den nötigen Freiraum zu geben, Dinge allein zu tun.  Dann hat man auch wieder etwas zu erzählen.

Was bedeutet es für dich gemeinsam durchs Leben zu gehen, auch ohne einen festen Lebenspartner.

Ich kann für mich nur sagen, dass durch die Erfahrung mit meiner Schwiegermutter das Leben nochmal eine andere Bedeutung bekommt. Mir nochmal mehr bewusst ist, dass es endlich ist und ich nicht weiß wann meine Zeit abläuft und ich es nutzen solle auch so zu leben. Ja und ich  kann für mich sagen, dass in den kleinen Dingen des Lebens das Glück steckt.

Wo liegt dein Glück?

 

 

Meine Schwiegermutter ist friedlich von dieser Welt gegangen.

 

in Verbundenheit Ela

 

 

 

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